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21.09
2018

Die Ursprünge des Trachtenumzugs der Wiesn

Umzüge sind ein vielschichtiges und facettenreiches Thema. Als erfahrene Umzugsprofis lassen wir uns hier in keinem Bereich ein X für ein U vormachen, sondern glänzen stets durch profundes Fachwissen. Sei es in Köln, München, Paris, Zürich, Peking oder Rio de Janeiro – wir kennen uns aus. Und weil wir uns in Bayern befinden, möchten wir euch zur Wiesnzeit gerne den Trachtenumzug des Oktoberfestes näherbringen, der auf eine lange und wechselhafte Geschichte zurückblicken kann.

Im Gegensatz zum Anstich durch den Oberbürgermeister von München und den Einzug der Wiesnwirte gibt es bezüglich des traditionellen Trachtenumzugs kein singuläres Ereignis, auf welches man ihn zurückführen könnte. Es war vielmehr seit Beginn des Oktoberfests Brauch, dass es immer wieder einmal zu Umzügen der unterschiedlichsten Art kam. Als ein ganz besonderer Umzug galt beispielsweise derjenige, der 1835 zu Ehren des Königspaars Ludwig I. und Therese abgehalten wurde, die in diesem Jahr ihre Silberhochzeit feierten. Schließlich war es ja auch der 25 Jahre zuvor stattgefundenen Hochzeit dieser beiden zu verdanken, dass es überhaupt ein Oktoberfest gab und gibt.

Es gab jedoch auch eine Zeit – von 1853 bis einschließlich 1894 – in der gar keine Umzüge zur Wiesn zu bestaunen waren. Die Gründe hierfür finden sich in politischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Nach dieser langen Zeitspanne ohne Wiesnumzüge wurden sie 1895 vom heute nahezu in Vergessenheit geratenen Heimatschriftsteller Maximilian Schmidt, genannt „Waldschmidt“, erneut ins Leben gerufen. Waldschmidt empfand das Oktoberfest als „geradezu langweilig und einförmig“, er wollte es „auffrischen“. Dafür zog der prominente Schriftsteller durch seine geliebte bayerische Heimat und warb in allen Ecken und Enden für einen Besuch des Oktoberfests, allerdings unter einer Bedingung: Die ländliche Bevölkerung sollte sich in ihre jeweils angestammte Tracht kleiden und zusammen in einem großen Umzug auf dem Oktoberfest einziehen, um die völkische Vielfalt des bayerischen Königreichs zu demonstrieren. Das Ergebnis seiner Bemühungen war phänomenal, denn knapp 1.500 Trachtler, die in 150 unterschiedlichen Gruppen organisiert waren, folgten seinem Aufruf und formten einen Umzug, den die bayerische Residenzstadt bis dato nicht gesehen hatte. Die Tradition des Trachtenumzugs war geboren.

Zwischen den beiden Weltkriegen wurden die Umzüge jedoch primär von den Schützen gestaltet. Dies änderte sich erst wieder nach dem 2. Weltkrieg, als die amerikanischen Besatzer Münchens Schützenumzüge untersagten. So fiel es den Trachtenvereinen zu, die Tradition „ihres“ Wiesnumzugs wiederzubeleben. Allerdings durften die Schützen bereits wieder ab 1950 am Umzug teilnehmen, der heutzutage stets am ersten Wiesnsonntag durchgeführt wird und alljährlich aus knapp 10.000 Personen besteht, die sich aus Trachten- und Schützengruppen aus allen Teilen Europas zusammensetzen.


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